NICHT SEHEN
Stadttheater Klagenfurt
Premiere: 7. April 2022
 

Wie konnten Methoden der Heilung und Therapie jahrzehntelang zum Missbrauch an Kindern und Jugendlichen genutzt werden?

Auch 20 Jahre nach der Verurteilung des Kinderarztes und Heilpädagogen Franz Wurst wegen Beteiligung am Mord an seiner Ehefrau sowie sexueller Gewalt gegen zahlreiche Kinder und Jugendliche an öffentlichen Einrichtungen bleibt die jahrzehntelange institutionelle Gewalt eine offene Wunde in Kärnten. Die Veröffentlichung dieses Falles markierte erst den Beginn einer langjährigen gesellschaftlichen Aufarbeitung und die Thematisierung von sogenannten »totalen Institutionen«. Wie konnte Gewalt in einem so großen Ausmaß hinter den Mauern unsichtbar bleiben?

Das Sichtbare und das Unsichtbare sowie die Möglichkeit, davon zu erzählen, stehen im Mittelpunkt von Noam Brusilovskys dokumentarischer Inszenierung, in der Schauspieler*innen, Einwohner*innen der Stadt und Jugendliche aus dem Theaterspielclub des Stadttheaters mitwirken. In einer inszenierten »Führung« durch die Stadt werden die Orte der Geschehnisse und ihre Geschichte auf der Bühne einer erneuten Betrachtung unterzogen. Anhand von heilpädagogischer Forschungsliteratur, Berichten der Opfer und Stimmen aus der Stadt werden die geschlossenen Strukturen der Institutionen auf der Bühne aufgebrochen und die unterschiedlichen Erzählungen akustisch-visuell miteinander verwoben. So entsteht ein Spiel zwischen dem, was zu sehen und was zu hören ist – zwischen dem, was man zu wissen glaubt und dem, was man nur ahnen kann.
 

Mit

Petra Morzé

Axel Sichrovsky

u.a.

Spieler*innen des Theaterspielclubs

REGIE
Noam Brusilovsky

 

BÜHNE UND KOSTÜM
Magdalena Emmerig

 

MUSIK
Tobias Purfürst

VIDEO

Tina Wilke

 

DRAMATURGIE
Lotta Beckers

DRAMATURGRISCHE BERATUNG

Hans Mrak

WISSENSCHAFTLICHE BERATUNG

Ulrike Loch

Astrid Liebhauser

 

THEATERPÄDAGOGISCHE BEGLEITUNG

Mag. Katharina Schmölzer