DER TOD DES IWAN ILJITSCH / STERBEN IN BERN

EIN HÖRSPIEL VON NOAM BRUSILOVSKY NACH EINER GLEICHNAMIGEN NOVELLE VON LEO TOLSTOI 

(DLF/SWR 2019)

DIE HÖRSPIELTAGE

Kulturfabrik Hainburg an der Donau, 25. Mai 2019

VOLKSBÜHNE BERLIN

(HÖRSPIEL-PRÄSENTATION)

02. JUNI 2019, 19 UHR (Grüner Salon)

DEUTSCHLANDFUNK

(URSENDUNG)

13. JULI 2019, 20.05 UHR

SWR2

14. JULI 2019, 18.20 UHR

Nachdem der sechsundzwanzigjährige Theaterregisseur Amir Kaplan an Krebs erkrankt, thematisiert er in einer Theaterinszenierung in Bern seine eigene Erkrankung anhand einer Novelle von Leo Tolstoi.

 

“Der Tod des Iwan Iljitsch”, 1886 erschienen, erzählt die Geschichte eines fünfundvierzigjährigen russischen Beamten, der auf dem Sterbebett ein Resümee seines Lebens zieht. - “Wie, wenn mein ganzes Leben am Ende doch nicht das gewesen ist, was es hätte sein sollen?” In seinen letzten Wochen distanziert sich Iwan Iljitsch von seiner Familie, seinem Freundeskreis und seinen Kollegen und begreift seine ganze Lebensweise, seinen Beruf, seine Ehe, den erreichten gesellschaftlichen Status als “nicht das Richtige.”

 

“Nicht das Richtige”, das scheint auch der Eindruck des Regisseurs Amir Kaplan während der Proben zu sein, als er seine eigene Geschichte von Schauspielern verkörpert sieht. “Wie lässt sich die Geschichte der eigenen Erkrankung von anderen erzählen und wie lässt sich das Unvorstellbare, der Tod, auf einer Bühne darstellen?,” fragt er sich und begibt sich auf eine Reise, in der er mithilfe verschiedener Berner Fachleute, die beruflich mit dem Sterben und dem Tod zu tun haben, sein eigenes Sterben in der Bundesstadt imaginiert.

 

In seinem Hörspiel beschreibt Autor und Regisseur Noam Brusilovsky den Entstehungsprozess einer Theaterinszenierung. In einer temporeichen Montage von Bühnenaufnahmen, O-Tönen, Schauspielszenen und diskursiven Einschüben distanziert sich Brusilovsky von dem Originaltext der Tolstoi-Novelle und verschiebt die Grenzen zwischen Spiel und Realität, zwischen dem Darstellbaren und dem Nicht-Darstellbaren.

Mit: Carina Braunschmidt, Dor Aloni, Florentine Krafft, Nico Delpy, Gabriel Schneider und Kerstin Fischer

Musik: Antonia Alessia Virginia Beeskow

Ton und Technik: Ernst Hartmann und Hanna Steger

Regie: Noam Brusilovsky

Dramaturgie: Sabine Küchler