PRESSE

VERWEIGERUNG MIT ANSAGE

Noam Brusilovsky soll Goethes "Faust" als Hörspiel inszenieren und zeigt seinen Auftraggebern den Vogel.

Stefan Fischer / Süddeutsche Zeitung

WITZIGE GOETHESLÄSTERUNG

Mal ehrlich: Wer hat Goethes «Faust» gelesen? Dieser Frage geht Noam Brusilovsky in seinem Hörspiel nach. (...) Was folgt, ist eine Mixtur aus gespielten Dialogen und Originaltönen. So treten nebst Schauspielern wie Bibiana Beglau oder Walter Kreye Brusilovskys einstige Professorinnen in Berlin auf, der Wiki- pedia-Autor des «Faust»-Eintrags oder die Übersetzerin des «Faust» ins Hebräische. Zudem fragt er Passanten in Berlin, ob sie den Klassiker gelesen haben. Viele winken ab, die trefflichste Antwort liefert ein Mädchen, das seine Mutter kürzlich nach dem «Faust» gefragt hat und nun Bescheid weiss. Brusilovsky, mit 33 schon mehrfach preisgekrönter Hörspiel-Regisseur, montiert all diese Elemente zu einer rasanten Collage und flicht zudem die Inszenierungsgeschichte des Stücks ein.

Frank von Niederhäusern / Kutlturtipp (CH)

EINDRUCKSVOLLER FALL VON TRAUMABEARBEITUNG ODER: DAS KANN THEATER

Das Stadttheater Klagenfurt wurde für das Franz-Wurst-Stück "Nicht sehen" mit einem Nestroy gewürdigt. Lange Verdrängtes und Verschwiegenes ist dank der Produktion in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

Marianne Fischer / Kleine Zeitung

ARON STIEHL: "DER NESTROY-PREIS IST EIN RIESIGES GESCHENK IN DIESER ZEIT"

Stadttheater-Intendant Aron Stiehl über den Nestroy für das Franz-Wurst-Stück "Nicht sehen", die Relevanz von Theater für eine Gesellschaft und das Publikum, das sogar schneller als erhofft zurückkehrt.

Marianne Fischer / Kleine Zeitung

ISRAELISCHE KÜNSTLER:INNEN VERTEIDIGEN CARYL CHURCHILL

Wegen Antisemitismusvorwürfen wurde der britischen Autorin Caryl Churchill der Europäische Dramatiker:innenpreis vor der Verleihung aberkannt. In der Debatte erhält Churchill nun Unterstützung von zwei israelischen Kolleg:innen.

Die Autorin Sivan Ben Yishai und der Theatermacher Noam Brusilovsky haben eine Videolesung des kritisierten Stücks Seven Jewish Children online gestellt. In einem begleitenden Text auf ihren Facebookseiten bezeichnen sie es als "anspruchsvolles und komplexes Werk", das nicht einfach als antisemitisch abgestempelt werden könne. "Als Theatermacher:innen sehen wir uns einer achtsamen Lektüre eines Textes verpflichtet, um ihn ernsthaft diskutieren zu können."

Weiter heißt es: "In den letzten Jahren erlebten wir immer wieder, wie Kolleg:innen und Menschenrechtsaktivist:innen in Deutschland aufgrund ihrer Positionierung gegen die israelische Besatzungspolitik als 'Antisemiten' bezeichnet und dementsprechend sanktioniert und diskreditiert wurden. Bevor die deutsche Öffentlichkeit, die Deutungshoheit über den Begriff 'Antismitismus' erobert und darüber bestimmt was alles 'antisemitisch wirken kann', möchten wir erneut die Frage stellen, ob der Hinweis auf die Lage im isolierten Gazastreifen und ob die Unterstützung von Menschenrechten in der Tat antisemitische Aktionen sind." Eine offene Gesellschaft müsse in der Lage sein, kontroverse politische Diskussionen, in denen gegensätzliche Positionen vorkommen, auszuhalten.

In einem Interview auf Deutschlandfunk Kultur präzisiert der in Deutschland lebende Theatermacher Noam Brusilovsky seine Aussage. Er habe in Seven Jewish Children "keine antisemitische Aussage gefunden", halte das Stück für "extrem sensibel" und "ausgewogen".

Nachtkritik

VORSICHT MIT ANTISEMITISMUS-VORWURF

Solidaritätsaktion für Caryl Churchill

Vladimir Balzer / Deutschlandfunk Kultur

FAUST (HAB’ ICH NIE GELESEN): ÜBER MEIN MÜHSAMES DEUTSCHWERDEN

»Was inszenierst du als Nächstes?«, fragt mich eine befreundete Kollegin und lacht mich aus, als ich ihr erzähle, dass ich eine Hörspielinszenierung des »Faust« vorbereite. »Jetzt, wo du deutsch geworden bist, darfst du es tun«, meint sie augenzwinkernd.
Nach zehn Jahren Aufenthalt in Deutschland erhielt ich im vergange- nen Jahr die deutsche Staatsbürgerschaft. Seit dem Jahr 2020 müssen Israelis, die sich in Deutschland einbürgern lassen, nicht mehr auf die israelische Staatsbürgerschaft verzichten. Dieses Wiedergutma- chungsprivileg ermöglicht es mir, eine offene Beziehung mit dem deutschen Staat zu führen. Für mich das Richtige, da ich mich bisher nicht vollständig deutsch fühle.
Wem gehört der »Faust«, und wer darf ihn inszenieren? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt meines neuen Hörspiels »Faust (hab’ ich nie gelesen)«. Ich habe ihn tatsächlich nicht gelesen und werde es bis zur Sendung auch nicht tun. Denn in dieser Arbeit beschäftige ich mich mit dem Nichtlesen dieses identitätsstiftenden Werks. Obwohl ich ständig versuche, mich dagegen zu wehren, scheint das Deutschwer- den nach so vielen Jahren hier ein unvermeidbarer, schleichender Prozess zu sein. Ich bin mir nicht sicher, ob ich darauf vorbereitet bin und habe deshalb Angst, dass die Lektüre des »Faust« diesen Prozess nur beschleunigen wird.

Noam Brusilovsky / SWR2-Magazin

STADTTHEATER: "NICHT SEHEN" FÜR NESTROY NOMINIERT!

"Das Projekt von Noam Brusilovsky berührte die Zuschauer tief. Einige Besucher reisten eigens aus anderen Bundesländern an. Eine Wienerin forderte in einer der Diskussionen nach dem Stück: „So etwas muss man in allen Bundesländern zeigen, so etwas kann ja überall passieren, nicht nur in Kärnten, das muss hinaus!“ Und nun kommt das Stück mit dem harten, traurigen Thema des Missbrauchs von Kindern und des Wegsehens der Erwachsenen, die davon gewusst, aber jahrelang geschwiegen haben, insofern hinaus, als dass es für den großen Theaterpreis Nestroy nominiert ist - für einen Spezialpreis."

Christina Natascha Kogler / Krone Zeitung

NACHKLANG: «BROKEN GERMAN»

Der Schriftsteller Tomer Gardi und der Regisseur Noam Brusilovsky haben sich für Omanut auf der Bühne des Zürcher Neumarkttheaters getroffen, um dem Publikum ihr Hörspiel „Broken German“ zu präsentieren. Im Radio-Gespräch mit Felix Schneider diskutieren sie über das Hebräisch-Deutsch von Tomer Gardi, die Vielfalt der deutschen Sprachen und die Frage, ob es einen Autor ohne Autorität geben kann.

Felix Schneider / Omanut

WIR SCHWULE SIND EUCH EGAL: BERLIN VERSAGT IM UMGANG MIT DEN AFFENPOCKEN

Ich höre von Bekannten, die Impftermine in Bayern und in Niedersachsen vereinbaren lassen, weil sie fürchten, die Affenpocken würden sie auch bald selbst erwischen und weil sie nicht davon ausgehen, dass sie den Impfstoff an ihrem Wohnort Berlin schnell bekommen. Andere Freunde melden sich panisch bei mehreren Impfstellen und warten stundenlang verzweifelt in der Leitung. Wir sind unruhig und ungeduldig. Wir wollen immun sein. Die Immunität, die wir uns wünschen, ist allerdings nicht nur gegen die Affenpocken, sondern auch gegen den grundsätzlichen Gedanken, dass Sex zwischen zwei Männern krankhaft sei – eine Idee, die uns viel zu lange vorgehalten wurde und mit der wir in unseren Köpfen immer noch zu kämpfen haben.

Noam Brusilovsky / Berliner Zeitung

"WIR SPIELEN ALLE EINE ROLLE"

Noam Brusilovsky ist der Gewinner des diesjährigen Hörspielpreises der Kriegsblinden. Als Regisseur des Stückes „Die Arbeit an der Rolle“ hat er die US-amerikanische Opernsängerin Lucia Lucas bei den Proben zu „Don Giovanni“ von Mozart begleitet. Lucas hat sich 2014 als Transgender-Frau geoutet und singt bis heute männliche Rollen. Über die Schwierigkeiten bei der Produktion des Hörspiels berichtet Brusilovsky im Interview.

Christoph Ledder / Sichtweisen

INTERAKTIVE FORSCHUNGSREISE

Als Collage aus Texten, Live-Musik, leben­digen Bildern und choreo­gra­phierten Bewe­gungen kreisen diese einer­seits um die bibli­sche Arche Noah, ande­rer­seits um das Theater als Reich der Fantasie; beide sind als gemein­samer roter Faden abge­schlos­sene Orte, die nach eigenen Regeln funk­tio­nieren, nicht für jeden zugäng­lich sind und einen Gegen­ent­wurf zur Realität darstellen. Domi­niert zunächst das Gefühl, sich in ihren jewei­ligen Mikro­kosmos retten zu können und dort sicher zu sein, stellt sich immer mehr die Frage, ob und wie das ange­sichts drohender Kata­stro­phen gelingen kann.

Antoinette Schmelter-Kaiser / crescendo

Arche Nova (Volkstheater)

münchen.tv

SCHUTZ ERWÜNSCHT

Kritik zu Arche Nova am Münchner Volkstheater

Michael Stadler / Abendzeitung

TANZ IN DEN WELTUNTERGANG

Kritik zu Arche Nova am Münchner Volkstheater

Teresa Grenzmann / tz

ES GEHT UM LEBEN UND BOOT

Es ist schon schön zu sehen, was das Theater alles kann. Oder vielmehr die Bühne 2 im Volkstheater. Im schnellen Wechsel zum klaren, alles umarmenden Sound von Tobias Purfürst tanzen die Gerüste und Strahler vom Schnürboden auf die Bühne und wieder zurück, einzelne Bühnenelemente fahren in die Höhe. Später leuchtet ein entzückender Sternenhimmel an der Decke des ganzen Raumes. Eine wunderschön schaukelnde Halfpipe gibt es da, ein Auto, ein Baumstamm werden mühelos hineingeschoben. Das Publikum ist da mittendrin, darf sich im Raum frei bewegen. Es ist quasi eine gemeinsame Expedition, die man mit sechs Schauspielern unternimmt. "Arche Nova" heißt sie, erdacht und inszeniert von Noam Brusilovsky.

Yvonne Poppek / Süddeutsche Zeitung

NOAM BRUSILOVSKY ÜBER "ARCHE NOVA" AM MÜNCHNER VOLKSTHEATER

Barbara Knopf / Bayern 2

ARCHE NOVA IM VOLKSTHEATER: GOTTES LEERE VERSPRECHUNGEN

Es gibt in der Theatergeschichte sehr starke Verbindungen zwischen der Arche und dem Theater. Die ersten Techniker, die an Theatern arbeiteten, kamen vom Schiffbau. Auch die Arche kommt vom Theater des Mittelalters und den Mysterienspielen. Die Frage, die wir mit diesem Stück stellen, ist, ob das Theater der Raum sein kann, in den wir im Falle einer Katastrophe fliehen können. Finden wir dort Trost? Ist er ein Raum für alle? Was bedeutet es, in diesem Raum nicht mehr spielen zu können? Wie nachhaltig ist dieser Raum?

Mathias Hejny / Abendzeitung

DIE PROVOZIERUNG EINER KATASTROPHE

Für uns war es wichtig, einen Reflexionsraum aufzubauen, in dem wir die letzte Reise der Menschheit und gleichzeitig eine Erinnerung an die alte Welt simulieren, die wir gerade hinterlassen. Uns war es sehr wichtig, die Frage zu stellen, ob ein Theaterraum allgemein und ganz spezifisch dieses neue Gebäude des Münchner Volkstheaters, das von außen schon danach aussieht, eine Arche werden kann. Können wir hier die Rettung finden?

Tobias Obermeier / Münchner Volkstheater

DER 71. HÖRSPIELPREIS DER KRIEGSBLINDEN

In "Adolf Eichmann: Ein Hörprozess" (RBB/Deutschlandfunk) rekonstruieren Noam Brusilovsky und Ofer Waldman mithilfe von Berichten von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen das Israel der frühen 60er Jahre, in dem eine ganze Nation am Radiogerät den Prozess gegen Adolf Eichmann verfolgte. Der öffentlich-rechtliche Sender Kol Israel übertrug den Prozess damals nicht nur in Israel, sondern weltweit, so wurde er zum Medienereignis.

In dem Hörspiel ergibt sich aus Zeugenaussagen aus dem Prozess, Briefen, die Hörer damals an den Sender schrieben und Erinnerungen von Journalistinnen und Journalisten, die die Prozessberichterstattung organisierten, ein vielschichtiges Bild der israelischen Gesellschaft. So wird der Organisator der Ermordung der Juden im Nationalsozialismus, Adolf Eichmann, zur Randfigur, während der Selbstverständigungsprozess der israelischen Gesellschaft in den Mittelpunkt rückt. (...)

In "Die Arbeit an der Rolle" (SWR) von Noam Brusilovsky spricht die sogenannte Heldenbaritonistin Lucia Luca über ihre Opernrollen. Lucia Lucas wurde bis 2014 als Mann wahrgenommen, dann outete sie sich als Transgender-Frau. Sie singt aber weiterhin Männerrollen.
Anhand des Don Giovanni erklärt sie, wie sie sich auf diese Rollen vorbereitet, was Männlichkeit in der Oper und im Leben ausmacht. So ergibt sich ein interessanter Blick auf Männer und Frauenbilder. Brusilovsky und Lucas geben zusätzlich einen Einblick in die Rollenspiele des Online-Games "World of Warcraft", wo es auch um Identitätsbildung geht.

Der Regisseur Brusilovsky, der als erster Hörspielmacher mit zwei Produktionen für einen Hörspielpreis der Kriegsblinden nominiert war, fächert in diesem Hörspiel spielerisch das Thema Diversität auf. Die Stimme von Lucia Lucas wird hier nicht nur zum perfekten Transportmedium für die Arien, die sie singt, sondern auch für das wichtige Thema Ich-INerdung. Die Jury überzeugte dieser lässige, positive Zugang. Der 71. Hörspielpreis der Kriegsblinden ging daher an Noam Brusilovsky und Lucia Lucas für diese sehr persönliche und zugleich sehr künstlerische Produktion.

Diemut Roether / epd

71. HÖRSPIELPREIS DER KRIEGSBLINDEN

Mit dominanter Musik stellen Noam Brusilovskys und Lucia Lucas in ihrem mit dem diesjährigen Hörspielpreis ausgezeichneten Werk »Die Arbeit an der Rolle« (SWR) eine besondere Stimme vor. Der deutsch‐israelische Autor und Regisseur verbindet Passagen aus E.T.A. Hoffmanns Erzählung »Don Juan« und Opernauszüge vornehmlich aus Mozarts »Don Giovanni«, in denen Lucia Lucas, hier auch Brusilovskys Koautorin, die männliche Titelrolle singt. So umkreisen opulente Ton‐ und Text‐Montagen die Heldenbaritonistin, deren Rollentausch in Kunst und Leben bei stets identischer Stimmlage das Hörspiel bewegt.

Eva Maria Lenz / Das Magazin NRW Film und Medien

MISSBRAUCH IN KÄRNTEN: "WENNST NICHT SPÜRST, KOMMST ZUM WURST"

Der Missbrauchsskandal rund um den Kinderarzt Franz Wurst erschüttert Kärnten aufs Neue. Ein Theaterstück warf längst fällige Fragen auf. Der junge Regisseur Noam Brusilovsky hat mit dem Stück "Nicht sehen" und dem gemeinsam erarbeiteten Script ein kleines Wunder vollbracht.

Christa Zöchling / Profil

INTENSIV, BEKLEMMEND UND EIN PUBLIKUMSRENNER

Zur letzten Vorstellung von "Nicht sehen" am Stadttheater Klagenfurt.

Marianne Fischer / Kleine Zeitung

„Die Arbeit an der Rolle“ gewinnt „Hörspielpreis der Kriegsblinden“

Interview mit Noam Brusilovsky

Gesa Ufer / Deutschlandfunk Kultur

„Die Arbeit an der Rolle“ gewinnt Hörspielpreis der Kriegsblinden

„Die Geschmeidigkeit, Lässigkeit und Durchlässigkeit der Sprechstimme von Lucia Lucas sind ein perfektes Transportmedium nicht nur für die Arien, die hier auch hörbar werden, sondern vor allem für die vielen Stationen ihrer Lebensgeschichte. So kommen sie uns nah. Beginnen zu leben, zu leuchten und zu atmen. Das Stück bietet seinen Zuhörer:innen mit freundlicher Geste an, einzutauchen in die verschachtelte innere Welt eines, teils aufgezwungenen, Rollenspiels“ – so die Jury über ihre Auswahl.

SWR

"WIR MÜSSEN LERNEN, HIER ZU LEBEN"

Ein Interview mit Muaz Abou-Noumeh über "Nicht sehen" am Stadttheater Klagenfurt

Manuela Kalser / Kleine Zeitung

"WENN DU NICHT BRAV BIST, KOMMST DU ZUM WURST"

„Noam Brusilovsky, Regisseur und Mastermind der Aufführung, versucht in der Stückentwicklung nachzuzeichnen, wie und warum jemand wie Wurst so lange und so ungehindert wüten konnte. (…) Die beiden Schauspieler Petra Morzé und Axel Sichrovsky leisten dabei Großartiges, sie bringen im nüchternen Protokoll-Stil die Schicksale der missbrauchten Kinder zur Sprache - wie diese vergeblich versuchten, sich Wurst und seinen üblen Machenschaften zu widersetzen, geht einem ans Herz. (…) Im Vordergrund steht der Inhalt, der einen von der ersten Minute an packt und nicht mehr loslässt.“

Petra Paterno / Wiener Zeitung

"NICHT SEHEN" ÜBER DR. WURST: KINDESMISSBRAUCH IN DER HEILANSTALT

Noam Brusilovsky, 1989 in Israel geborener Schöpfer von Bühnenproduktionen und Hörspielen, gilt als Experte für den theatralischen Umgang mit unmenschlichen Verbrechen. Für Adolf Eichmann: Ein Hörprozess erhielt er im Vorjahr den Deutschen Hörspielpreis der ARD. Jetzt hat ihm das Stadttheater Klagenfurt die künstlerische Aufarbeitung des schockierendsten Falles von Kindesmissbrauch in Kärnten anvertraut, des Falles Primarius Dr. Franz Wurst: Nicht sehen.

Michael Cerha / Der Standard

THEATERSTÜCK ÜBER FALL FRANZ WURST

Im Mittelpunkt des Stücks steht ein bekannter Klagenfurter Kinderarzt, dem das Wohl seiner Patienten am Herzen liegen sollte, verging sich an ihnen. In einem unvorstellbaren ausmaß. Das Theaterprojekt von Noam Brusilovsky ist keine Anklage und auch kein Nacherzählen der Ereignisse. Er verwebt Erinnerungen von Betroffenen mit Protokollen und mit der Gesellschaft, die dem Primar glaubte, obwohl es Kinder gab, die von Franz Wurst und seinem Dunstkreis berichteten, aber nicht gehört und nicht gesehen wurden. Erst als Wursts Frau ermordet und der Arzt als Anstifter überführt und verurteilt wurde kam das ganze Horrorszenario an die Öffentlichkeit.

ORF

DAS BRECHEN VON KINDERSEELEN : NICHT SEHEN IN KLAGENFURT

Mit diesem Stück Dokumentartheater, angesiedelt zwischen Peter Weiss, Rolf Hochhuth und Rimini-Protokoll, hat das Stadttheater viel gewagt – und gewonnen. Mit minutenlangen Standing Ovations schüttelte das begeisterte Premierenpublikum schließlich seine Beklemmung ab

Karin Waldner-Petutschnig / APA

FALL FRANZ WURST "NICHT SEHEN": GELUNGENE OPERATION AM OFFENEN KÄRNTNER HERZEN

Wer schützt die, die sich selbst nicht schützen können? Nur jene, die auch tatsächlich hinschauen. Eine Mahnung, die eindringlicher nicht sein könnte. Und eine Mahnung, die vom berührten und betroffenen Publikum mit Standing Ovations gefeiert wurde.

Marianne Fischer / Kleine Zeitung

IN DEN FÄNGEN VON FRANZ WURST

Tina Perisutti / Krone Zeitung

"MAN WOLLTE NICHT WAHRHABEN, DASS DA EINE GESELLSCHAFT VERSAGT HAT"

"Wir wollen den Opfern und dem, was in der Gesellschaft passiert ist, Platz geben. Die Menschen sollen nicht mit Schuldzuweisungen nach Hause gehen, sondern sich fragen: Wie hätte ich mich verhalten? Die Kinder wurden grün und blau geschlagen. Es muss jeder gesehen haben, aber wenn man Menschen blind vertraut, passiert so etwas." Aron Stiehl, Intendant des Stadttheaters Klagenfurt

Wolfgang Fercher / Kleine Zeitung

NICHT SEHEN

"Ende Februar begannen die Proben für unsere Inszenierung „Nicht sehen“ am Stadttheater Klagenfurt. Das Stück behandelt die strukturelle Gewalt, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Kärntner Einrichtungen der Heilpädagogik stattfand. Im Laufe unserer Proben trafen wir mehrere Opfer, die uns von massiver sexualisierter, physischer und medikamen­ töser Gewalt aus ihrer Kindheit und Jugend berichtet haben. Jahrelang trauten sich viele Opfer nicht von ihren Erlebnissen in den heilpädagogischen Einrichtungen zu berichten; denjenigen, die von den Verbrechen der Mitarbeiter*innen der Heilpädagogik berichteten, wurde oft nicht geglaubt. Ein ehemaliges „Heimkind“ aus dem Jugendheim Rosental in Görtschach schenkte uns einen Stein, auf dem Artikel I der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte steht: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.“ Er bat uns, die an der Produktion beteiligt sind, unsere Namen auf die Rückseite des Steins zu schreiben.
An der Produktion sind mehrere junge und erwachsene Menschen aus Kärnten beteiligt.
Viele von ihnen stehen zum ersten Mal in ihrem Leben auf der Bühne. Sie bilden die Kärntner Gesellschaft in ihrer Vielfältigkeit ab."

Lotta Beckers und Noam Brusilovsky / Die Brücke

THEATERSTÜCK ZUM FALL FRANZ WURST: "DEN APPLAUS VERDIENEN DIE OPFER"

"Die Kinder, die Opfer beschreiben ihre Einlieferung in das Heim in Görtschach zum Teil so: Sie wurden einfach in ein Auto gepackt und entführt. Ein Kind hat erzählt: Er hat in der Schule gestohlen. Eine Woche später wurde er in die Heilpädagogische Abteilung eingeliefert. War das also ein Ort, an dem man Kinder heilt oder ein Ort, der eine gesellschaftliche Ordnung schafft? Ein Ort, wie Michel Foucault sagt, wo man Menschen einsperrt, damit die Gesellschaft sich in ihrer Normalität behaupten kann. Wurst ist eine grauenhafte Figur in dieser Geschichte, aber die politische Entscheidung, eine Gesellschaft so zu strukturieren, dass ein Dr. Wurst solche Macht bekommt, das ist die Politik, die es damals gab. Natürlich haben die Kinder sexualisierte Gewalt erlitten, aber auch ohne diese Gewalt ist die Geschichte dieser Institution ganz grauenhaft. Die politische Entscheidung, eine Gesellschaft so zu strukturieren, dass ein Dr. Wurst solche Macht bekommt, das ist die Politik, die es damals gab."

Manuela Kaiser und Marianne Fischer / Kleine Zeitung

THEATERINSZENIERUNG "NICHT SEHEN" SOLL AUGEN ÖFFNEN

Der junge israelische Regisseur Noam Brusilovsky stellt sich mit dieser Arbeit über ein Kärntner Trauma in Klagenfurt vor. Er möchte diese „gesellschaftliche Wunde gemeinsam verarzten.“

MeinBezirk.at

WESSEN ERINNERUNGSKULTUR?

JÜDISCH-SITUIERTES WISSEN UND KÜNSTLERISCHE PRAXEN ALS PROZESS DES ERINNERNS UND VERÄNDERNS

Julia Alfandari / Kampnagel

REGISSEUR BRUSILOVSKY ÜBER "ADOLF EICHMANN: EIN HÖRPROZESS"

Der deutsch-israelische Theater- und Hörspielmacher Noam Brusilovsky und der Autor Ofer Waldmann haben aus den Rundfunkübertragungen des Eichmann-Prozesses das Hörspiel "Adolf Eichmann: Ein Hörprozess" gemacht.

Jürgen Deppe / NDR

WIE MIR HELENE FISCHER HALF, MEINE ANGST VOR WEIHNACHTEN ZU VERLIEREN

Die Furcht, gerade an Heiligabend ein Pogrom zu erleben, begründet die jüdische Skepsis vor Weihnachten. Gerade in Deutschland. Doch sie lässt sich abschütteln!

Noam Brusilovsky / Berliner Zeitung

INTERVIEW MIT ISRAELISCHEM RUNDFUNK KAN B

Eran Cicurel / Kan B

60 JAHRE EICHMANN-PROZESS: ALS DAS RADIO ALLE ERREICHTE

Die weltweite Ausstrahlung der Prozessberichterstattung gab den Überlebenden der NS-Verbrechen eine Stimme. Wer die Aufklärung ernst nimmt, muss das auch für die Gegenwart verlangen

Alexandra Senfft / Freitag

ARD-HÖRSPIELTAGE IN KARLSRUHE: „KLEINES STÜCK“ MACHTE DEN GROßEN EINDRUCK

Er habe eigentlich nur ein „kleines Stück“ schreiben wollen, sagte Noam Brusilovsky mit hörbarer Rührung in der Stimme. Denn zu dem Thema, dem er sich gewidmet hat, gebe es schon „so viele gute Hörspiele“.

Doch ihm ist gemeinsam mit seinem Co-Autor Ofer Waldman ein Werk gelungen, über das die Jury der ARD-Hörspieltage gar nicht aufhören konnte zu reden, wie die Juryvorsitzende Maryam Zaree bei der „Nacht der Gewinner:innen“ erklärte.

Andreas Jüttner / Badische Neueste Nachrichten

DEUTSCHER HÖRSPIEL PREIS DER ARD FÜR "ADOLF EICHMANN: EIN HÖRPROZESS"

Das Hörspiel "Adolf Eichmann - Ein Hörprozess" von Noam Brusilovsky und Ofer Waldman hat den Deutschen Hörspielpreis der ARD 2021 gewonnen.

Marie-Dominique Wetzel / SWR

AM BEISPIEL BRUDER EICHMANN

Eine Podiumsdiskussion im Bayerischen Staatsschauspiel München
mit der NS-Dokumentationszentrums-Direktorin Mirjam Zadoff und dem Hörspiel-Autor Noam Brusilovsky

Niels Beintker / Bayern 2 (BR)

"DEUTSCH" KANN UND WILL ICH NICHT SEIN

Frau Kilter aus der Staatsangehörigkeitsbehörde Friedrichshain-Kreuzberg freut sich, mir mitzuteilen, dass die Senatsverwaltung für Inneres positiv über meinen Einbürgerungsantrag entschieden hat. Die Verleihung der deutschen Staatsbürgerschaft findet in einer Woche im Bezirksamt statt. „Sehr geehrte Frau Kilter“, schreibe ich ihr zurück und meine Autocorrect-Funktion korrigiert mich und nennt sie „Frau Killer“, „herzlich gratuliere ich der Staatsangehörigkeitsbehörde und der Senatsverwaltung für Inneres für diese wunderbare Entscheidung. Ich werde Sie nicht enttäuschen – ich verspreche, ein vorbildlicher Bürger zu sein.“

Noam Brusilovsky / Berliner Zeitung

MUSIKALISCHE PRODUKTION: „DIE ARBEIT AN DER ROLLE“ IST HÖRSPIEL DES MONATS AUGUST

Die Jury der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste hat das Stück „Die Arbeit an der Rolle“ zum Hörspiel des Monats August gewählt. Es handelt sich dabei um ein musikalisches Hörspiel von Noam Brusilovsky, der auch die Regie führte, und der Opernsängerin Lucia Lucas. Das

Medienkorrespondenz

DIE ARBEIT AN DER ROLLE

"Es ist ein Porträt von Lucia und handelt von ihrer Arbeit an verschiedenen Rollen, die sie sowohl im Alltag als auch auf der Bühne verkörpert. Es geht um Rollen, die einem zugeschrieben werden und Rollen, die man sich selber aussucht und gestaltet. Ich bin davon überzeugt, dass unsere Art, männliche und weibliche Rollen im Alltag zu verkörpern, völlig konstruiert ist. Wir lernen in der Kindheit, wie man Geschlechterrollen spielt und erfüllt. Das heißt aber nicht, dass wir nicht die Freiheit haben, uns selbst anders darzustellen."

Andrea Oetzmann / SWR2

EPOCHALES MEDIENEREIGNIS

Tiefensondierungen zu Israels Vorgeschichte und Selbstverständnis waren vielleicht die wichtigste Errungenschaft dieses Prozesses. Lässig werden sie im Hörspiel jetzt ergänzt durch eine weitere Montage-Ebene, die verschiedene Publikumsreaktionen auf die damaligen Radiosendungen einbezieht und damit nebenbei das Panorama einer vielgestaltigen israelischen Gesellschaft aus verschiedenen Nationen, ländlichen und städtischen Berufsgruppen sowie unterschiedlichen Generationen skizziert. Die beiden Autoren, Waldman 1979 und Brusilovsky 1989 geboren, stammen schon aus der Enkeloder Urenkelgeneration der Holocaustopfer. Mit Abstand und zugleich mit Sympathie montieren sie so souverän wie eindringlich ihr spannungsreiches Material.

epd / Eva-Maria Lenz

ADOLF EICHMANN: EIN HÖRPROZESS

Wir sprechen mit Noam Brusilovsky in Tel Aviv über das Re-Enactment "Adolf Eichmann: Ein Hörprozess".

Anje Herzog / rbbKultur

MEHR PASSAGEN AUF HEBRÄISCH

Verfolgt man Adolf Eichmann: Ein Hörprozess und begreift die Relevanz der Radioübertragung, durch die die komplette Bevölkerung Israels zu Prozessbeobachtern werden konnte, möchte man sich gar nicht vorstellen, was es bedeutet hätte, wäre Eichmann nicht gefasst worden. Die Befriedigung darüber, einen Täter richten zu können, ist dabei nur ein Teilaspekt.

Stefan Fischer / Süddeutsche Zeitung

AUFSCHREI EINER GEQUÄLTEN EXSISTENZ

Ein wilder Text. Ein wüstes Hörspiel. Passioniert, provokant und pornografisch. Mutig, weil der Regisseur Noam Brusilovsky sich nicht scheut anzuecken und zu verstören. Weil er in Kauf nimmt, abstoßend zu wirken. (...) Dieses Dazwischen als Lebensart, diese Existenz ohne feste Identität muss man aushalten können. Noam Brusilovsky geht diesen schmerzhaften, radikalen Weg in Testo Junkie mit. Schonungslos den Figuren und dem Publikum gegenüber.

Stefan Fischer / Süddeutsche Zeitung

GEHÖRLOSEN-HÖRSPIEL: WELTEN, DIE SICH BERÜHREN

Wie Brusilovskys Solo »Orchiektomie rechts« ist auch dieser Abend ein Zeig-mir-deine-Wunde-Ding mit Humor, in dem Verletzungen ohne jede Wehleidigkeit auf den Tisch kommen. Wenn sich Steffen und Steve über die ganze Bühnenbreite hinweg antanzen, spürt man die Luft zwischen ihnen und ihren Welten knistern. Apropos Welt: Der Abend erzählt auch von den Raumsonden Voyager 1 und 2, die die NASA 1977 ins All schickte – mit Menschheitszeugnissen wie Liedern, Alltagsgeräuschen und Grüßen an multilinguale Aliens in 55 Sprachen, abgespeichert auf Platten, die 500 Millionen Jahre überdauern sollten. Nur dass sich Schall, wie man inzwischen weiß, im Vakuum nicht ausbreiten kann. Diesen Gimmick spart sich Brusilovsky bis zum Ende auf. Er rückt das Selbstverständnis der Hörenden als Regelfall ganz ordentlich zurecht.

Sabine Leucht / Münchner Feuilleton

DAS SPIEL MIT DEM HÖREN

Thomas Mitterhuber / Deutsche Gehörlosen-Zeitung (DGZ)

DIE REALITÄT DER DEUTSCHEN JUDEN HEUTE

Tagesthemen / ARD

SCHALLWELLEN ÜBERWINDEN

Im Fall des "Gehörlosen-Hörspiels" aber wird sich definitiv grundlos entschuldigt, denn das Stück ist reflektiert gebaut, lustig und rührend. Die Frage, ob das jetzt ein geglücktes Hörspiel für / mit/ über Gehörlose ist, stellt sich gar nicht mehr, es ist einfach ein guter Theaterabend.“

Christiane Lutz / Süddeutsche Zeitung

RUHE BITTE!

zum "Gehörlosen-Hörspiel"

Alexander Altmann / Münchner Merkur

LICHT STATT LAUTE

"Man hinterfragt die Machtverhältnisse im Raum. Die Regieposition ist eine Machtposition. Es wird mir in meiner Arbeit ohnehin immer bewusster, was es heißt, im Raum Macht zu besitzen. Ich kämpfe gerade auch sehr mit der Position des männlichen, weißen, hörenden Regisseurs. In diesem Zusammenhang frage ich mich: Wie kann man diese Macht aufgeben und eine andere Art von Regie entwickeln? Was passiert, wenn ein hörender Regisseur eine Geschichte über Gehörlosigkeit erzählt? Wie kann man verhindern, dass der Gehörlose auf der Bühne exotisiert wird? Nach dem Motto: „Wir haben jetzt einen echten Gehörlosen auf der Bühne. Wir sind so inklusiv." Es war ein Riesenthema in den Proben, genau das zu überwinden und uns zu fragen: Was können wir von Steve lernen? Aber eben nicht in Form eines Experiments."

Katrin Hildebrand / Münchner Merkur

ICH SEHE, WAS DU NICHT HÖRST

Die Idee der Inszenierung ist, genau den Versuch zu zeigen, das Unmögliche möglich zu machen. Das Hörspiel für Gehörlose soll während der Vorstellung entstehen. Ausgangspunkt des Abends ist auch auf der Bühne die Begegnung zwischen Brusilovsky und Stymest.

Christiane Lutz, Süddeutsche Zeitung

DAGESH IM GESPRÄCH MIT NOAM BRUSILOVSKY

Im Gespräch mit Noam Brusilovsky, Theater- und Hörspielregisseur, und ELES-Alumnus erzählt er, was er mit seiner Kunst bewirken will, wie er damit umgeht ein jüdischer Künstler aus Israel in Deutschland zu sein und davon, wie sich all das ständig verändert. Es geht um Erfahrungen mit dem Label „jüdisch“, um „Streicheltiere“ und um jüdisch-muslimische Allianzen.

Julia Y. Alfandari / Dagesh

DAS GEHÖRLOSEN-HÖRSPIEL

Das "Gehörlosen-Hörspiel" am Münchner Volkstheater ist eine Annäherung an das Unmögliche, ein Experiment, das von einer Begegnung erzählt. In der Hauptrolle ist Steve Stymest der einzige Gehörlose unter ansonsten Hörenden im Team.

Stephanie Wolf / Sehen statt Hören, BR

JEDERMANNS STERBEN

Wie soll man sich sein eigenes Ende vorstellen? Der israelische Regisseur Noam Brusilovsky stellt die Frage in seiner Inszenierung von Tolstois Erzählung «Der Tod des Iwan Iljitsch» in der Vidmarhalle Bern.

Beatrice Eichmann-Leutenegger / Neue Zürcher Zeitung

DAS SCHWEIGEN DES DICHTERS IM LANDE ZIZIMAMA

„Es geht um die Rolle der Kunst in einer Gesellschaft, in der die Freiheit immer weiter beschnitten wird. (...) Der Künstler wird vom Staat gehegt und gepflegt, daher gibt es auch eine Erwartungshaltung: Er muss genau abliefern, was der national gesinnten Gesellschaft in die Propaganda passt. Hier wird auf humorvolle Weise eine Geschichte über Totalitarismus erzählt."

Katrin Pokahr / Magazin des WDR

IM KALEIDOSKOP

"We love Israel" erzählt tolldreist über deutsch-jüdisches Leben, die neue Staffel spielt in Berlin. Die Serie ist eine Fiktion, die hart an der Realität entlangsegelt.

Stefan Fischer / Süddeutsche Zeitung

DESDE BERLÍN: NOAM Y LA SERIE RADIAL "WE LOVE ISRAEL"

Noam Brusilovsky es un artista israelí creador muy motivado y con interesantes ideas teatrales y de radio, las cuales pone en práctica y se convierten en éxitos internacionales. Lo entrevistamos y nos cuenta que es hijo de padres argentinos, nació en 1989 en Haifa, creció en Ra'anana y estudió en la prestigiosa Escuela Superior de Artes Thelma Yellin. En 2012, se mudó a Berlín para estudiar teatro en la Escuela Superior “Ernst Busch”. Desde su graduación ha estado trabajando en la radio pública alemana. Escribe y dirige obras de teatro radiales (Radio-Teatro). Además, escribió y dirigió en varios teatros en Alemania y Suiza. Sus espectáculos han sido invitados a varios festivales en toda Alemania. (Aurora)

Aurora

OHNE WORTE

Ein Essay von Noam Brusilovsky zum "Gehörlosen-Hörspiel"

Noam Brusilovsky / Volksmund

DOKUMENTATION FAST FORWARD 2018

Europäisches Festival für junge Regie
European festival for young stage directors

SO GEKONNT WIE SELTEN

Am Ende des 52-Minütigen Hörspiel weiß man zwar nicht unbedingt, worum es in Tolstois Novelle überhaupt geht, außer ums Sterben der Hauptfigur; aber man weiß, wie viel die eigene Beerdigung in Bern kosten würde, und hat einige schöne Songs von Lou Reed und Leonard Cohen mal wieder gehört. Und man hat ein Hörspiel beigewohnt, dass gekonnt mit der Brechung von Realität und Fiktion arbeitet, so gekonnt wie selten.

Rafik Will / Medienkorrespondenz

FLUCHT AUS DER REALITÄT

Der Autor und Regisseur Noam Brusilovsky ist aktuell der umtriebigste Reiseleiter des Hörspiels, er begleitet seine Protagonisten auf Abenteuer in fremde Welten - in We love Israel Deutsche in seine Heimat, in Broken German, wofür er 2017 den Deutschen Hörspielpreis bekommen hat, einen Israeli nach Berlin. Stets geht es um die Wahrnehmung der eigenen Identität, das gilt nun auch für Der Tod des Iwan Iljitsch - Sterben in Bern. Eine Novelle von Tolstoi, auf der Bühne inszeniert von einem fiktiven Regisseur, der sein eigenes Todkranksein thematisiert - sich in dem, was die Schauspieler imaginieren, aber nicht wiederentdeckt. Brusilovsky selbst spiegelt sich in dieser Figur.

Stefan Fischer / Süddeutsche Zeitung

NÄHRBODEN FÜR TALENTE

Aufsehen erregte – neben einer Reihe anderer Hörspiele etwa von Birgit und Anatol Kempker, von Ulrike Janssen und Marc Matter, von Stefan Weber sowie einer Adaption von Ernst Toller – eine Produktion des Deutschlandfunks (zusammen mit dem SWR): „Der Tod des Iwan Iljitsch – Sterben in Bern“ von Noam Brusilovsky, dem 1989 in Israel geborenen, seit 2012 in Berlin lebenden Theater- und Hörspielregisseur. Das Stück basiert auf einer gleichnamigen Novelle von Leo Tolstoi. Zusammenarbeit und Realisierung beschrieb in Abwesenheit des erkrankten Autors die Dramaturgin und Deutschlandfunk-Redakteurin Sabine Küchler kenntnisreich und engagiert. Brusilovsky hatte für das von ihm nach dem gleichnamigen Roman von Tomer Gardi inszenierte Stück „Broken German“ (SWR) im Jahr 2017 den Deutschen Hörspielpreis der ARD erhalten (vgl. MK-Meldung). Sabine Küchler konnte sich für den Autor, ihre intensive dramaturgische Arbeit und ihren Sender über die große Anerkennung des Hainburger Plenums für das neue Brusilovsky-Stück freuen.

Angela di Ciriaco-Sussdorff / Medien Korrespondenz

DER JULI KANN KOMMEN

Für meine Begriffe und Ohren ein wunderbar radiophones Stück, das die Möglichkeiten der Hörspielkunst unter Beweis stellt. Es macht einfach Spaß, so lustvoll über das Sterben nachzudenken.

Hans-Ulrich Wagner / Hörspielmagazin, Deutschlandfunk

HÖRSPIELTREFFEN IN ÖSTERREICH

Hörspieltage im österreichischen Hainburg an der Donau. Veranstaltungsort Kulturfabrik.

Sabine Küchler / Deutschlandfunk

CES ISRAÉLIANS QUI ONT CHOISI BERLIN

Le 9 avril 2019, se tiendront des élections en Israël, l’occasion de découvrir l’un des phénomènes migratoires les plus surprenants de ces dernières années : l’apparition d’une communauté israélienne à Berlin, en Allemagne.

Nicolas Falez / Radio France International

WAS ERZÄHLT WERDEN KANN

Kritik zu "Wie die Blinden träumen"

Eva-Maria Lenz / epd medien

WIE IM FILM

Interview zu "Wie die Blinden träumen" von Tomer Gardi.

Wolfram Wessels / SWR 2

EUROPA AN DER ELBE

Dort zeigte Noam Brusilovsky eine Performance, deren Rechercheobjekt und Stimme allein er selber ist. «Orchiektomie rechts», die Entfernung des rechten Hodens, hat Brusilovsky selbst erlebt, mit 26, und zum Thema seiner Diplom-Inszenierung an der Ernst-Busch-Schule gemacht. Seine Lecture-Performance mit Geburtstagskuchen, die sich vom Theaterkanon der Ernst Busch in radikaler Subjektivität meilenweit entfernt, irrlichtert zwischen Erinnerungen an die Kindheit in Israel, dem wackeligen Video vom Kindergeburtstag, an dem alle unablässig lebenslange Gesundheit wünschen, zum ersten schwulen Sex mit 17, von der sachlichen Krankheitsbeschreibung zur wilden Fantasie vom Gruppensex mit sämtlichen Zuschauern in der Strahlenkabine – und findet doch zurück zum Kanon, zum «Ödipus», mit dem sich Fragen stellen lassen: Ab wann wird man zur tragischen Figur? Und wie entkommt man den Festlegungen, als Kranker, als Schwuler? Indem man sie ausspricht, im Schutzraum der Bühne, wo der eigene Körper zur Kunstfigur wird, das eigene Leiden zur Geschichte und das Opfer zum Autor: ein Sieger, der sich tanzend den Raum und das Leben zurückerobert.

Barbara Burckhardt / Theater heute

WAS RADIOMACHER*INNEN ANTREIBT

Auf den Spuren von Dunja Arnaszus, Noam Brusilovsky und Jan Decker – und ihren Motiven akustischer Kunst.

Anna Seibt / Deutschlandfunk

DER MYTHOS HÄLT DEN SCHLÄGEN STAND

...Der Aufführung "Orchiektomie rechts" gelingt genau das: Obwohl der Regisseur Noam Brusilovsky hier in sehr drastischen Bildern und Texten von seiner Hodenkrebserkrankung erzählt, ist dabei ein ehrliches, sehr humorvolles Stück über Homosexualität und Tabus, Chemotherapie, Tod und Sex entstanden."

Anna Vollmer / Frankfurter Allgemeine Zeitung

IN DEN TOD MIT TOLSTOI

Hier hätte «Der Tod des Iwan Iljitsch» (Regie: Noam Brusilovski; Dramaturgie: Michael Gmaj) ohne weiteres in die Bedeutungslosigkeit blosser Selbstreflektion abdriften können, was im zeitgenössischen Theater bis vor kurzem sehr in Mode war. Doch diese Versuchsanordnung geht viel weiter: Immer wieder werden Stimmen von Experten eingespielt, es spricht der Psychoonkologe vom Inselspital Bern, die Fachärztin für Radiologie, ebenfalls von der Insel. Ein Bestatter, eine Pfarrerin, eine Pflegeexpertin. Was kostet eine Bestattung? Wie gehen wir mit dem Bescheid um, nicht mehr lange zu leben? Was kommt nach dem Tod? Wie kommt man mit seinem Leben ins Reinen, bevor es zu Ende ist?

Michael Feller / Berner Zeitung

BEGEGNUNG MIT DEM UNVORSTELLBAREN

Dank dem Ernst, dem Engagement und dem Improvisationstalent der drei Darsteller Florentine Krafft, Nico Delpy und Gabriel Schneider findet an dem Abend, der das Premierenpublikum zu lang anhaltendem Beifall hinriss, in den nüchternen früheren Fabrikhallen tatsächlich so etwas wie eine Begegnung mit dem Unvorstellbaren statt.

Charles Linsmayer / Der Bund

SCHALOM, ALTE WELTSTADT

Inge Günther / Frankfurter Rundschau

ZWISCHENTÖNE

Er arbeitet sowohl fürs Radio als auch fürs Theater. Zur Zeit inszeniert er am Konzerttheater Bern einen Stoff nach Tolstoi: „Der Tod des Iwan Iljitsch“. Sein jüngstes Hörspiel „We love Israel“, das er gemeinsam mit Ofer Waldman schrieb, wurde von der Akademie der Darstellenden Künste als Hörspiel des Monats Mai preisgekrönt.

Michael Langer / Deutschlandfunk

HÖRSPIELMAGAZIN

Gespräch zu "We Love Israel" (Hörspiel des Monats)

Michael Langer / Deutschlandfunk

HÖRSPIELE IM MAI 2018

Rückblick: Hörspiele im Mai 2018

OhrCast 78-2

INNOVATIV IN KUNST VERWANDELT

Sehr gut managen es die beiden Autoren, sich auf humorvolle Weise mit dem Problem auseinanderzusetzen, dass Israel wie wohl kein anderes Land der Welt als Projektionsfläche für Sehnsüchte und Ängste genutzt wird – gerade auch in Deutschland.

Rafik Will / Medienkorrespondenz

HÖRSPIEL DES MONATS MAI: WE LOVE ISRAEL

Die Jury der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste hat die Produktion „We Love Israel“ von Noam Brusilovsky und Ofer Waldman als Hörspiel des Monats Mai ausgezeichnet.

Medienkorrespondenz

ALLES DREHT SICH UM DAS THEMA LIEBE

Der Autor und Regisseur Noam Brusilovsky stellt seine siebenteilige Podcast Serie WE LOVE ISRAEL vor, die er gemeinsam mit Ofer Waldman für das SWR-Hörspiel geschrieben hat.

Frank Halbig / SWR2

BEZIEHUNGSSTATUS UNBEKANNT

We love Israel ist eine spielerische und produktive Auseinandersetzung mit dieser Gemengelage, die Gliederung in sieben Episoden ist klug. Es gibt nicht einen großen Argumentationsbogen, sondern viele, auch widersprüchliche Teilaspekte und persönliche Motive. Brusilovsky und Waldman schlagen ein hohes Erzähltempo an, kommen immer umstandslos zur Sache. Ihnen gelingt, in der offenen Form stringent zu erzählen.

Stefan Fischer / Süddeutsche Zeitung

UNSICHTBARKEIT IST DIE FALSCHE STRATEGIE

Interview mit Noam Brusilovsky

Travestie für Deutschland

ALLEN DEUTSCHEN FÄLLT WAS ZU ISRAEL EIN

Die Hörpsielserie "We love Israel" hält den Deutschen den Spiegel vor. Sie zeichnet und karikiert die Deutschen aus der Sicht von Israelis. Das ist mal bitterböse und oft zum Lachen komisch. Auf jeden Fall scheuen sich die beiden Autoren nicht, den Finger auf wunde Stellen zu legen.

Carsten Dippel / Deutschlandfunk Kultur

WER LIEBT ISRAEL UND MIT WELCHEM ANSPRUCH

We love Israel" ist keine reine Dokumentation. Authentische Interviews wechseln sich mit fiktiven Beiträgen ab. Entstanden sind sie auf einer Reise durch Israel. Dort hat das Duo versucht, die Liebe der Deutschen zu Israel aufzuspüren.

Daniela Gschweng / Badische Zeitung

KEIN TOTSCHWEIGEN VON TABUS

In einer siebentägigen Reise, die sie im Hörspiel dokumentieren, treffen sie auf deutsche Touristen, die aus historischer Verpflichtung oder einfach zum Feiern in der Metropole Tel Aviv reisen. Auf herrisches Flughafen-Security-Personal und auf Schweizer Schwule, die nach Israel reisen, weil die Jungs dort bessere Bodies haben als die in der Heimat.

Die Oberbadische

IM WOHNZIMMER DER SEELE

In „Orchiektomie rechts“ führt der gebürtige Israeli die Krankheitsgeschichte seines Hodenkrebses mit der griechischen Tragödie zusammen. Mit Charme und Kindergeburtstagsvideos schafft er eine fast familiäre Erzählsituation, in der er dem Publikum sehr sachlich Röntgenaufnahmen seines Tumors zeigt, um ihm urplötzlich seine sexuellen Fantasien um die Ohren zu hauen. Der Abend ist so hemmungslos exhibitionistisch wie klug gebaut und entlässt einen mit Fotos imposanter Schwänze und neuen Fragen nach der Autorenschaft über das eigene Leben. Und das mit den Fragen ist doch immerhin gut.

TAZ

ENDE DER DOGMEN

zu "Orchiektomie rechts"

Egbert Tholl / Süddeutsche Zeitung

WITZIG, NEU, POLITISCH

Noam Brusilovsky trägt eine Blumenkrone, er feiert Geburtstag und verteilt Flummis an die Zuschauer. Auf einem großen Bildschirm im Hintergrund ist ein kleiner Junge zu sehen, der tanzt, lacht, und feiert. Das ist Noam vor einigen Jahren, ein unbeschwertes Kind aus Israel. Über 20 Jahre später studiert Noam Regie an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, er steht kurz vor seinem Abschluss und erhält die Diagnose Hodenkrebs.

ABENDZEITUNG ZU ORCHIEKTOMIE RECHTS

Michael Stadler / Abendzeitung

RADIKAL TEXT

Am Ende ist alles Ekstase, ein wolllüstiger Hymnus auf den Phallus, ein stroboskopischer Sprechrausch, der einem ob seiner Wuchtig- keit den Atmen raubt. Das hier ist ein letztes, orgiastisches Aufbegehren von einem, dem die eigene Endlichkeit mit aller Brutalität ge- genwärtig wurde. Er hat sich von dieser Gewissheit befreit. Das Ende der Tragödie steht unmittelbar bevor: Tod mit 26, Hodenkrebs.

Eine Kritik von Anna Landefeld

DER BLICK INS ICH

Der israelische Regisseur Noam Brusilovsky hatte das Gefühl, gar keine Wahl zu haben, als selbst auf die Bühne zu treten. Als die Diagnose Hodenkrebs bekam, konnte er sich nicht vorstellen, jemals wieder an etwas anderes denken zu können. Zwar hatte er sich in seinem Studium an der Ernst Busch Hochschule oft schon mit seinem Jüdischsein beschäftigt, also auch etwas Persönlichem, "aber das sehen die Leute gern. Jüdischsein wird in Deutschland oft zelebriert, es ist exotisch. Auf Krebs hat niemand Lust." Nach der erfolgreichen Therapie entstand "Orchiektomie rechts", übersetzt: die Entfernung des rechten Hodens. Heraus kam, so beschreibt Brusilovsky es, ein leicht pornografischer Abend über Männlichkeit, bei dem er allein auf der Bühne steht. Zu unnatürlich hätte es sich angefühlt, sein Intimstes von einem anderen erzählen zu lassen.

Christiane Lutz / Süddeutsche Zeitung

ALS OB ALLES AUFHÖRT

Zu Orchiektomie rechts und radikal jung

Anna Fastabend und Eve Marburg

RADIKAL JUNG - DIE NEUE GENERATION AN THEATERMACHERN

Das Volkstheater veranstaltet nun schon zum 14. Mal das Festival „Radikal jung“ – damit soll die neue Generation der Theatermacher gefördert werden. Das Publikum erwarten bei den insgesamt 13 Theaterstücken in diesem Jahr einerseits Klassiker, die komplett neu inszeniert wurden. Andererseits können die Besucher sich auch auf neue Stücke von jungen Regisseuren freuen.

Angelica Suri

ORCHIEKTOMIE RECHTS - REPORTAGE

Anna Fastabend und Eve Marburg

IM VISIER DER ERKENTNNIS

zu "Orchiektomie rechts"

Berliner Zeitung

Jüdische Künstler über Abgrenzung und Identität

Der Hörspiel- und Theaterregisseur Noam Brusilkovsky, der mit „Broken German“ gerade den deutschen Hörspielpreis der ARD gewonnen hat, erzählt, wie er in einem Umkleideraum nach dem Yoga von einem Fremden angesprochen und von ihm für seine Herkunft gefeiert wird. Er nennt das eine „aggressive Liebe“, die ihm hier in Berlin entgegenschlage. Das Jüdischsein spiele manchmal eine Rolle für seine Arbeit, manchmal aber auch nicht. Hin und wieder müsse er auch sagen, „jetzt spiele ich für euch nicht mehr den Juden, ich habe auch andere Facetten“, sagt er.

Melanie Berger / Tagesspiegel

ASYL IM PARADIES

Filmische Dokumentation der Podiumsdiskussion von "Asyl im Paradies -Jüdische Kunst in Europas Metropole".

Dagesh

KOFFER UND SKINS

Der israelisch-deutsche Theater- und Hörspielregisseur Noam Brusilovsky hat am Samstagabend in Karlsruhe den Deutschen Hörspielpreis der ARD erhalten. In seinem Stück Broken German geht es um einen Mann aus Israel, der in gebrochenem Deutsch von seiner Reise nach Berlin mit fremden Koffern, von Erinnerungen an das von den Nationalsozialisten besetzte Rumänien, von pöbelnden Skins und vielem mehr berichtet, wie der Südwestrundfunk (SWR) am Sonntag mitteilte.

Jüdische Allgemeine

DAS SIND DIE GEWINNER

"Broken German muss man hören!" - so lautete das Jury-Urteil. Sie kürte das Hörspiel von Noam Brusilovsky,mit dem Deutschen Hörspielpreis, das nach einem Roman von Tomer Gardi entstanden war.

Oliver Grim / SR

Überrascht, was hier passiert

"Ich finde es extrem schön, dass sich so viele Leute für dieses Medium interessieren. Persönlich muß ich zugeben: Ich bin in Israel aufgewachsen, dort gibt es kein Hörspiel und bis vor zwei Jahren wusste ich nicht, was ein Hörspiel überhaupt ist. Deswegen bin ich jetzt auch sehr sehr überrascht von all dem, was hier gerade passiert!"

Marie Dominique Wetzel / SWR

Deutscher Hörspielpreis der ARD geht an Broken German

Die Jury war begeistert von dieser Virtuosität, von dem Tempo, das da drin ist – das ist wirklich eine rasante Achterbahnfahrt und man wird so reingezogen in diese Suche, in diese Reise."

Marie-Dominique Wetzel im Gespräch mit Britta Bürger

Das waren die ARD Hörspieltage 2017

Den Deutschen Hörspielpreis der ARD erhielt das Hörspiel „Broken German“ des jungen israelischen Theater- und Hörspiel-Regisseurs Noam Brusilovsky.

SWR

Lockerungsübung

Möchte man etwas über das verkrampfte Verhältnis der Deutschen zu ihrer Sprache und Kultur erfahren, sollte man sich „Broken German“ von Noam Brusilovsky anhören.

Anna Fastabend

PIDGIN-SLANG MIT SCHREIBFEHLERN

Kritik zu Broken German

Christian Hörburger / Medienkorrespondenz.

ARBEITSMIGRANT IN DER PROSA EINE FREMDE SPRACHE

Er hatte gerade den Regisseur Noam Brusilovsky kennengelernt, der ihm sein erstes Hörspiel zur Übernahme angeboten und von einem tollen Roman erzählt hatte, den er gerne fürs Hörspiel umsetzen würde.

Andrea Oetzmann / SWR

Dekonstruktion von Klischees

Das Hörspiel „Woran man einen Juden erkennen kann“ stellt diese Themen jedoch mutig zur Diskussion und ist ein wunderbares Stück zur Dekonstruktion von Klischees.

Rafik Will / Medienkorrespondenz

Erkennen Sie den Juden?

Sechs Schauspieler beschreiben das, was sie an sich selbst sehen, und ordnen es einem Volk zu.

Rolf Floß / Sächsische Zeitung

On Air. Die nächsten Tage im Radio

Das aus dem gleichnamigen Theaterstück hervorgegangene kurzweilige und humorvolle Hörspiel setzt sich mit antisemitischen Klischees über den Körperbau von Juden auseinander.

HÖRFUNKTIPPS

Sechs jüdische Schauspieler suchen nach dem jüdischen Körper - eine jahrhundertealte Projektionsfläche: Woran man einen Juden erkennen kann

Stefan Fischer / Süddeutsche Zeitung

תסכית מאת נעם ברוסילובסקי: כיצד לזהות יהודי

שישה שחקנים יהודים בחיפוש אחר הגוף היהודי. הם מחפשים את הגוף של עצמם ואת הגוף של קרובי המשפחה שלהם, ניצולי השואה. הגוף אותו הם מחפשים הפך לבלתי נראה בגרמניה אחרי השואה. בקולאז׳ של טקסטים היסטוריים וסיפורים ביוגרפיים קם הגוף היהודי, רוח הרפאים של החברה הגרמנית, לתחייה.

Spitz

KÖRBER STUDIO JUNGE REGIE 2015

Woran man einen Juden erkennen kann

NDR Kultur

KÖRBER STUDIO JUNGE REGIE 2015: WORAN MAN EINEN JUDEN ERKENNEN KANN

Noam Brusilovsky , Berlin, zu »Woran man einen Juden erkennen kann. Eine Untersuchung«. Studierende der Theaterakademie Hamburg interviewen die Regisseure, die vom 10.-14. Juni 2015 am »Körber Studio Junge Regie« teilnehmen. Das Festival, das im Thalia in der Gaußstraße stattfindet, gilt als »das renommierteste seiner Art« (Süddeutsche Zeitung). Das »Körber Studio Junge Regie« lädt den Regienachwuchs aus den Hochschulen nach Hamburg ein. Zu sehen sind dreizehn Arbeiten, die von den Instituten als herausragende Inszenierungen für das Festival nominiert wurden. Neben den zwölf Hochschulen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz nimmt 2015 auch die Norwegische Theaterakademie Fredrikstad am Wettbewerb teil. Das Festival ist ein Gemeinschaftsprojekt des Thalia Theaters, der Körber-Stiftung und der Theaterakademie Hamburg unter der Schirmherrschaft des Deutschen Bühnenvereins.

AUF IMMER VERBUNDEN (DEUTSCHE WELLE)

Auf immer verbunden - Israelis in Deutschland, Deutsche in Israel.
Vier Beispiele einer neuen Generation von Israelis und Deutschen, die beweisen, dass auch nach den dunkelsten Kapiteln deutscher Geschichte Menschen wieder in Frieden und Freundschaft zusammenleben können.

Thomas Hasel / DW

EINE THEATERSCHULE IN TEL AVIV (DEUTSCHLANDRADIO KULTUR)

Tel Aviv ist das israelische Pendant zum kulturell experimentierfreudigen Berlin. Auch deshalb bieten das Performing Arts Studio von Yoram Loewenstein und die Ernst-Busch-Hochschule für Schauspielkunst gemeinsam Workshops an.

Sigrid Brinkmann

"WIR ERINNERN AN DAS SCHRECKLICHE" (JÜDISCHE ALLGEMEINE)

Noam Brusilovsky über sein neues Theaterstück, schöne Juden und den Wunsch nach Assimilation.

Philipp Peyman Engel / Jüdische Allgemeine

TAGESTIPPS

WORAN MAN EINEN JUDEN ERKENNEN KANN

Zitty

WORAN MAN EINEN JUDEN ERKENNEN KANN

Die "Rassenlehren" des 19. Jahrhunderts führten in ihrer Politisierung in der NS-Ideologie zum Holocaust. Sie beruhten auf physiognomischen Untersuchungen, die anhand äußerer Erscheinungsmerkmale mindere und priviligierte "Rassen" unterschieden. Studierende der Schauspielschule Ernst Busch untersuchen in der Inszenierung "Woran man einen Juden erkennen kann" historische Dokumente auf ihren antisemitischen Gehalt.

Berliner Morgenpost

TAUSEND RÄTSEL UND KEINE LÖSUNG (ARTOSCRIPT)

Aus dem bat-Studiotheater der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" ist über die Realisierung einer Textcollage mit Revuecharakter zu berichten, die Noam Brusilovsky kreiert hat, Regiestudent im 3. Studienjahr. Mit seinem 95minütigen Crahskurs in jüdischer Wesensart umschifft er geschickt die Klippen uferloser Ausführlichkeit wie auch grüblerischer Wehklage und gibt der nach wie vor heiklen Thematik anschauliche Gestalt in farbiger Skizzierung.

Horst Rödiger

WORAN MAN EINEN JUDEN ERKENNEN KANN

האם אדם נולד לגוף יהודי או שהוא יוצר אותו? מהם האמצעים הפלסטיים ומהם האמצעים השיחניים דרכם נוצר הגוף? עד כמה יצירה של גוף פוליטי תלויה בשפה ובפעולות דיבור? האם בבעלותו של היהודי גוף פרטי או גוף קולקטיבי? האם הגוף הזה בר שינוי? האם הוא מסמן בלתי רצוי עבור זהות קולקטיבית שעדיף היה להיפטר ממנו ויפה שעת אחת קודם? כיצד הגוף הזה עובר אינסטרומנטליזציה על ידי לא-יהודים ועל ידי היהודים עצמם?

Spitz

VORSCHAU: WAS ERREICHT DER MÄRZ?

Woran erkennt man einen Juden? Fragen die 3. und 4. Studiengänge der HfS Ernst Busch am 31.3. im BAT. Das Foto zum Stück zeigt eine Einhorn-Maske, die die antisemitische Erfindung der jüdischen Nase persifliert. Mit Texten von Max Nordau u.a. nähert sich die Inszenierung aber noch von einer anderen Seite dem Thema Antisemitismus und jüdische Identität an, nämlich vom jüdischen Ideal des Muskeljuden im Zusammenhang der Lebensreformbewegung um die Jahrhundertwende.

UNRUHE IM OBERRANG