Testo Junkie

HÖRSPIEL NACH DEM GLEICHNAMIGEN TEXT VON PAUL B. PRECIADO

 

SWR2

25. März, 23.03 Uhr

Rebellion gegen das Zwei-Geschlechter-Regime, Selbstversuch und pornografisches Tagebuch:

 

Unter dem Eindruck des Todes seines Schriftsteller-Freundes Guillaume Dustan und einer beginnenden Liebesbeziehung zu der Romanautorin und Filmemacherin Virginie Despentes nimmt Gender-Aktivist und Philosoph Paul B. Preciado, damals Beatriz Preciado, Testosteron als Gel –ohne medizinische Anleitung und ohne eine Umwandlung zum “Mann” zu intendieren. Die Aufzeichnungen dieses Selbstversuchs oszillieren zwischen politischem Manifest, Liebeserklärung und pornografischem Bericht . 

 

„Hier handelt es sich nicht um meine Memoiren. Hier werden die vorsätzliche Vergiftung des Körpers und die Affekte von P. P. protokolliert. Eine Vergiftung mit synthetischem Testosteron. Ein Körper-Essay. Und dennoch, eine Fiktion. Eine somapolitische Theorie des Selbst, oder eine Selbsttheorie. Philosophische Überlegungen neben Aufzeichnungen von Hormonbehandlungen und Details sexueller Praktiken. Wenn ich darauf verzichte, sie in einer höheren Logik aufzulösen, dann einfach deshalb, weil genau das die Form ist, als die Subjektivität konstruiert ist – und dekonstruiert.“ Paul B. Preciado 

 

Schauspieler Paul Zichner schenkt dem Protagonisten dieses Hörspiels seine Stimme und ermöglicht einen Einblick hinter die Kulissen des Berliner Ensembles, das Theater, in dem er als festes Ensemblemitglied spielt. “Wenn ich dann geschminkt war oder Perücken und Rüschenkleidchen anhatte,” erzählt Zichner von seiner Transition zu Mann, "habe ich immer dieses Kostüm als eine Verkleidung empfunden - eine Art Mauer, hinter der ich nicht durchscheinen konnte.”

Nach dem gleichnamigen Text von Paul B. Preciado
Aus dem Französischen von Stephan Geene
Komposition: Tobias Purfürst
Hörspielbearbeitung und Regie: Noam Brusilovsky

Mit Paul Zichner, Anika Mauer, Angela Neis, Jörg Gollasch, Felix Strobel, Benjamin Hiller, Valentin Erb, Sarah Sandeh und Helene Voigt.

Ton und Technik: Christian Eickhof, Tanja Hiesch und Simon Frei

Regieassistenz: Martin Buntz und Olga Hohmann

Dramaturgie: Andrea Oetzmann


Produktion: SWR 2021